Die Entwicklung von Elektroautos und ihre Zukunft

Die Benzinpreise steigen ständig, ebenso wie die Nachfrage nach Energie. Das sorgt für großes Interesse bei der Entwicklung von Elektromobilität. Es geht darum, anstelle von Verbrennungsmotoren die Fahrzeuge mit Batterien anzutreiben und somit eine CO2-freie Mobilität zu erreichen. Wenn dies auch nicht ganz gelingen kann, da ja auch die Herstellung der Elektrizität für Batterien nicht ganz ohne CO2-Ausstoß produktionsfähig ist. Aber immerhin in wesentlich geringerem Umfang.

Inhalt dieses Beitrags

In Deutschland sieht die Bundesregierung, bei entsprechender Förderung, in dieser Technik die Chance, einen neuen Wirtschaftszweig mit einem großen Potenzial an Arbeitsplätzen entstehen zu lassen. Bei konsequenter und optimaler Umsetzung könnte durch den Einsatz von Smart-Grids sogar eine Rückspeisung vom Strom ins Netz vorgenommen werden.

Das Regierungsprogramm Elektromobilität zur Förderung von Elektroautos

Dem Regierungsprogramm Elektromobilität zufolge sollen bis 2020 eine Million Elektroautos auf den deutschen Straßen rollen. Um dieses Ziel zu erreichen, liegen die Förderungsbeträge für die Entwicklung der Elektromobilität bei mehreren hundert Millionen Euro jährlich. Die Fördergelder fließen dabei in alle Bereiche der Forschung und Entwicklung, ebenso in die Forschung der Bereiche Batterien und Zellen wie auch in die Netzintegration, Lade-Infrastruktur oder die Lotsenstellen zur Koordinierung.

Eine Million Elektroautos innerhalb der nächsten fünf Jahre ist durchaus ein ehrgeiziges Projekt. Da überrascht es, dass Deutschland, im Vergleich zu anderen Ländern wie China, USA oder Frankreich, keine direkten Kaufprämien anbietet. Stattdessen werden Käufer eines Elektroautos für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, gleichzeitig soll die Dienstwagenbesteuerung angepasst werden. Damit bietet Deutschland innerhalb der EU die geringste Direktförderung an. Gleichzeitig werden hierzulande die meisten Elektroautos neu angemeldet, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Sonderparkplätze, Freigabe von Busspuren und Aufhebung von Zufahrtsverboten für Elektroautos

Die Bundesregierung hat andere Ideen, um die eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Sie plant mit Sonderparkplätzen, der Freigabe von Busspuren und der Aufhebung von Zufahrtsverboten. Weiter sind in verschiedenen Regionen Schaufenster geplant, die gesondert gefördert werden sollen. In diesen Schaufenstern soll in Großprojekten die deutsche Technologiekompetenz dargestellt werden, indem sowohl Industrie als auch die öffentliche Hand versuchen, ihre Kompetenzen zu bündeln. Vierzig Regionen haben sich beworben, am Ende werden drei bis fünf Regionen ausgewählt.

Die Konkurrenz kann sich sehen lassen, jeder möchte eine der ausgewählten Regionen sein. So will die Hauptstadt, sollte sie denn ausgewählt werden, insgesamt 100 Millionen Euro investieren. Senat und Bund investieren jeweils 25 Millionen Euro, ansässige Unternehmen sollen die restlichen 50 Millionen beisteuern.

Einige Projekte sind durchaus auf einem guten Weg. So hat BMW in Leipzig 400 Millionen Euro in eine Werkserweiterung investiert, in etlichen Städten wird inzwischen E-Car-Sharing angeboten, Daimler hat inzwischen die erste Fachwerkstatt für Elektroautomobile eröffnet.

Irgendwie denkt man bei diesem relativ unkoordinierten Aktivismus an „Deutschland sucht den Elektrostar“. Schade nur, dass der Wettbewerb nicht von einem Fernsehsender veranstaltet, sondern mit unseren Steuergeldern subventioniert wird. Dass am Ende tatsächlich, wie erhofft, Deutschland führend bei den Elektroautos sein wird, ist dabei noch lange nicht ausgemacht. Bisher kann man bei weitem noch nicht von einer Erfolgsgeschichte reden. Inzwischen sind von den verschiedensten Herstellern deutscher Fabrikate Elektroautos auf dem Markt. Leider ist noch unklar, wer diese Fahrzeuge kaufen soll. 2011 wurden nicht ganz 2.000 Elektroautos verkauft, davon 101 an private Käufer.

Umfrageergebnisse: Kauf eines Elektroautos zu teuer

In einer Umfrage erklärten 81% aller Befragten, dass sie in der nächsten Zeit nicht vorhätten, ein Elektroauto zu kaufen, sie seien schlichtweg zu teuer. Das können auch die angedachten Vorteile im Straßenverkehrsrecht nicht retten. Für gerade einmal 30% aller Autofahrer wäre dies ein Grund, den sie in ihre Überlegungen einbeziehen würden. Immerhin 80% würden dem Gedanken einen kleinen Schritt näher treten, käme der benötigte Strom aus erneuerbaren Energien, was er nicht tut. Bisher stammt er überwiegend aus konventionellen Kraftwerken, sodass die Bilanz der Treibhausgase von Elektroautos nicht nennenswert günstiger ist als die von Verbrennungsmotoren. CO2-freie Abgase bedeutet noch lange nicht, dass es sich um saubere Energie handelt. Aber auch das ließe sich regeln. Immerhin plant die Bundesregierung, in zehn Jahren 30% des Stroms aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Problem: Eine Million Elektroautos sollen in fünf Jahren rollen und nicht erst in zehn. Inzwischen warnen Experten davor, dass Elektroautos ein Nischenprodukt werden könnten, da sie keine wirkliche Alternative zu Verbrennungsmotoren sein könnten. Aktuell verheißen die Zahlen tatsächlich nichts Gutes: Die Reichweite der Elektrofahrzeuge reicht durchschnittlich nur rund 115 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeiten orientieren sich ebenfalls nicht an Spitzenwerten.

Die ersten Autohersteller rudern ebenfalls schon zurück. Toyota sieht zwar für die Zukunft Elektrofahrzeuge in einer wichtigen Rolle, wegen der Reichweite jedoch nur in Großstädten. Dabei wird die Nachfrage aus Großstädten kaum ausreichen, dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen, da gerade in diesen Ballungsgebieten für viele die öffentlichen Verkehrsmittel vollkommen ausreichend sind.

Neben Toyota forschen inzwischen auch die deutschen Autobauer gleichzeitig an Elektro-, Brennstoffzellen- und Hybridfahrzeugen. Allmählich setzt sich auch die Erkenntnis durch, dass die hohen Herstellungskosten durch eine Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen reduziert werden könnten. Erste Konsequenz aus dieser Feststellung ist eine Kooperation zwischen RWE, EnBW, Siemens, Daimler, Bosch und BMW zur Entwicklung einer Standardsoftware für den Datentausch zwischen Ladestationen und Fahrzeugen.

Elektroautos werden sich langfristig durchsetzen

Modellrechnungen gehen gleichzeitig davon aus, dass sich das Elektroauto langfristig durchsetzen wird, allerdings langsamer als vorgestellt und in abgewandelter Form. Entweder als Plug-in-Hybrid-Fahrzeug, welches zusätzlich über das Stromnetz geladen werden kann, oder als Range Extender, die durch Strom angetrieben werden, wobei die Reichweite durch Verbrennungsmotoren erhöht wird. Auch für Batteriefahrzeuge wird eine ansteigende Entwicklung nicht ausgeschlossen, allerdings in geringerem Umfang. Man rechnet mit 460.000 Fahrzeugen bis 2020.

Bei allen Wünschen nach Führung bei der neuen Technologie hecheln wir, trotz aller Ideen und Bemühungen, schon wieder hinterher. Inzwischen haben asiatische Firmen wesentlich mehr Erfahrung in den Bereichen Batterie-Entwicklung und -produktion. Gerade einmal 7,5% aller Patente weltweit, die mit Hybrid- und Elektrofahrzeugen zusammenhängen kommen aus Deutschland, Japan schafft 75%.

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