Ablaufdatum der Reifen überprüfen

Wie alles im Leben altern auch Autoreifen. Und zwar vollkommen unabhängig von der Laufleistung. Im Laufe der Jahre wird der Gummi spröde, die Bremswege werden länger, die Traktion lässt nach, bei Winterreifen ganz besonders bei Fahrten im Schnee. Unter rein rechtlichen Gesichtspunkten gibt es bei Reifen kein Verfallsdatum, sie dürfen – zumindest theoretisch – bis in alle Ewigkeit im Straßenverkehr benutzt werden. Lediglich die Profiltiefe von mindestens 1,6 mm ist gesetzlich vorgeschrieben. Soweit zum blanken Gesetzestext.
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Sie sollten sich dennoch nicht unbedingt darauf verlassen. Zum einen haben Sie ein persönliches Problem mit ihren eigenen Finanzen, sollten Sie wegen zu alter Reifen von der Straße fliegen oder einen Unfall verursachen. Es ist längst nicht ausgemacht, ob Versicherungen bereit sind zu tolerieren, dass die Reifen zwar vom Grundsatz her untauglich für den Straßenverkehr waren, sie aber dennoch nur benutzt wurden, weil es nicht verboten war. Schließlich erfahren wir immer wieder, dass noch lange nicht alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten wurde.

Das Alter eines Reifens ist nicht egal

Immerhin sind die Reifen für den sicheren Betrieb eines Autos von entscheidender Bedeutung. Diese Weisheit hat durchaus den Charakter des Allgemeinwissens, dennoch interessieren sich viele Fahrer nicht wirklich für ihre Gummis und gehen damit unnötig hohe Risiken ein. Sicher vor Problemen sind nur Fahrer, die sich an die Faustformel 4x3x6 halten: vier gleiche Reifen, mindestens drei Millimeter Profil und maximales Reifenalter von sechs Jahren.

Das Alter eines Reifens hat wesentlichen Einfluss auf die Verkehrssicherheit. In Studien wurde untersucht, wie sich bei älter werdenden Sommerreifen die Fahreigenschaften verändern. Dazu hat man Autoreifen eingesammelt, die zwischen zwei und vierzehn Jahren im Straßenverkehr aktiv gerollt sind. Diese wurden dann mit jeweils neuen Reifen der gleichen Marke verglichen. Dabei wurde eine Mindestprofiltiefe von fünf Millimetern vorausgesetzt.

Experten war es schon vorher klar, mit zunehmendem Alter der Reifen verschlechtern sich die Eigenschaften, ganz besonders bei Nässe, erheblich. Die Sicherheit leidet also sehr darunter, wenn Reifen zu alt werden. Da nützt eine ausreichende Profiltiefe dann auch nichts mehr. Die Sicherheitsaspekte sind ganz einfach wesentlich schlechter als dies bei neuen Reifen der Fall ist.

Alle Reifen wurden in den Bereichen Trockenbremsen, Nassbremsen, Nasshandling und Nasskreis getestet, überall schwächelten die betagten Reifen. Während die Neureifen allesamt die Note „sehr empfehlenswert = 2“ erhielten, erreichten etwa drei Jahre alte Reifen nur noch ein „Empfehlenswert“, die sechsjährigen schafften sogar nur noch ein „bedingt empfehlenswert“. Da man beim ÖAMTC nun schon einmal dabei war, nahm man auch gleich noch die zehn Jahre alten Reifen unter die Lupe. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Reifengruftis, in Punkto Sicherheit bei Nässe durchgefallen. Damit dürfte eindeutig nachgewiesen sein, dass auch mit ausreichendem Profil ab dem fünften Jahr mit erheblichen Einschränkungen bei der Sicherheit gerechnet werden muss. Auf trockenen Straßen macht sich zwar ebenfalls ein Qualitätsverlust bemerkbar, er ist jedoch lange nicht so dramatisch wie auf regennasser Fahrbahn, wo beispielsweise Aquaplaning noch erschwerend hinzukommt.

Ein Problem beim Einsatz betagter Reifen besteht darin, dass die meisten Autofahrer keine Ahnung haben, woran man das Alter eines Pneus erkennen kann. Diese Problematik fällt in den Bereich „Gewusst wie“, es ist leichter, als man glaubt. Immerhin ist auf beiden Seitenwänden der Reifen ein Code aus Ziffern und Buchstaben geprägt, der mit der Bezeichnung „DOT“ beginnt. DOT ist die Bezeichnung des amerikanischen Verkehrsministeriums, Department of Transportation. Damit es nun nicht zu einfach wird, endet der Code nur auf einer der beiden Reifenseiten mit vier Zahlen. Wenn Sie nicht wissen, wann Sie die Reifen oder einen Gebrauchtwagen gekauft haben, bei dem Sie vollkommen ahnungslos sind, wie lange die Reifen schon das Chassis tragen, bleibt Ihnen nur der Blick auf den Reifen. Wenn dann zur Ahnungslosigkeit noch Pech hinzukommt, dann müssen Sie tatsächlich unter das Fahrzeug rutschen und auf der Innenseite mit der Taschenlampe nachschauen. Das Problem haben Sie bei einem Gebrauchtwagenkauf natürlich nicht, wenn Sie den Wagen ohne Reifen kaufen – aber wer macht das schon? Also lassen Sie sich bei einem solchen Kauf das Alter der Reifen bestätigen.

Zurück zu den vier Ziffern: Sie geben das Jahr und die Kalenderwoche der Herstellung an. 4711 bedeutet bei einem Reifen dann beispielsweise, dass er in der 47. Kalenderwoche im Jahr 2011 hergestellt wurde.

Finden Sie auf den Reifen, am Ende des Codes, nur drei Ziffern und ein kleines Dreieck, dann bedeuten die ersten beiden Ziffern immer noch die Woche und die letzte Ziffer benennt das Jahr zwischen 1990 und 1999. Fehlt das Dreieck auch noch, dann sollten Sie die Reifen abmontieren und wegwerfen, da sie noch aus den achtziger Jahren stammen. Mit diesen Luftschläuchen noch durch die Gegend zu fahren, wäre in der Kiesgrube grober Unfug, auf der Straße grobe Fahrlässigkeit. Und genau das wird man Ihnen auch vorwerfen, wenn etwas passiert.

Der Teufel steckt im Detail

... beziehungsweise in der Straßenverkehrsordnung. Dort steht nirgendwo etwas darüber, ab wann ein Reifen nicht mehr auf der Straße rollen darf. Dennoch sollten Sie nicht geizig argumentieren und sagen: „Na also! Was soll‘s?“ Kommt es zu einem Unfall und Ihr Bremsweg war zu lang bzw. länger, als er es bei gebrauchsfähigen Reifen gewesen wäre, haben Sie auf jeden Fall ein großes Problem und einen schwarzen Peter.

Die Straßenverkehrsordnung besagt, dass alle Fahrzeugführer, die am Straßenverkehr teilnehmen, nicht nur auf die Fahrweise achtgeben müssen. Das Auto an sich birgt grundsätzlich ein gewisses Gefährdungspotenzial, selbst mit neuen Reifen. Laut Gesetz dürfen deshalb nur Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen, die als verkehrssicher gelten. Gilt ein Fahrzeug mit alten Reifen als verkehrssicher? Nein! Sie kommen dann auch nicht mit dem Hinweis durch, dass Sie das nicht gewusst haben. Sie kennen das ja: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! Ein alter Reifen ist eindeutig ein Mangel. Und wer trotz Mängeln auf den Straßen herumfährt, dem drohen nicht nur Bußgelder, sondern auch Flensburger Punkte und bei Unfällen mindestens ein Mitverschulden, wenn nicht noch mehr.

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