Unfallgutachten nach einem Verkehrsunfall

Ein Unfall ist immer ärgerlich. Noch ärgerlicher können allerdings die Streitigkeiten zwischen den Parteien werden, die im Anschluss nicht selten aufkeimen. Vor allem Schadensersatzansprüche sorgen für hitzige Diskussionen, bei denen oft niemand klein beigeben möchte. Ein Unfallgutachten kann in diesem Rahmen für Klarheiten sorgen. In dem Gutachten sind Ersatzansprüche und Reparaturmaßnahmen detailiert aufgelistet, sodass im Grunde keine Fragen mehr offenbleiben. Ist die Gegenpartei immer noch uneinsichtig, hilft meistens nur die Einigung vor Gericht.
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Warum ist ein Unfallgutachten sinnvoll?

Nach einem Verkehrsunfall kommt es in den meisten Fällen zu Disputen. Die Betroffenen streiten dann über die Schäden oder über Schmerzensgeldansprüche. Das kann nicht nur Zeit kosten, sondern auch Nerven. Damit keine Unstimmigkeiten im Bereich der Unfallschäden aufkommen, sollte ein Unfallgutachten von einem versierten Sachverständigen angefertigt werden. Im Gegensatz zu einem Laien kennt dieser die aktuelle Rechtsprechung und fasst alle Schäden zuverlässig zusammen. Gleichzeitig finden sich in dem Gutachten alle notwendigen Positionen an, um klare Verhältnisse zu schaffen. Interessant ist vorrangig sicherlich die Höhe der Unfallschäden.

Doch wann ist ein Unfallgutachten überhaupt nötig? Hier gilt der Grundsatz, dass ein Gutachten immer dann interessant erscheint, wenn eine Partei in der Beweispflicht steht. Das bedeutet, dass ein Beweis erbracht werden muss, um eine Forderung zu erhalten. In der Regel reicht nicht nur die bloße Forderung aus, in der behauptet wird, dass der Gegner der Schuldige ist. Damit sich der Richter bei der Verhandlung ein genaues Bild von der Sachlage machen kann, ist ein unabhängiges Unfallgutachten sinnreich. Wichtig ist ein Unfallgutachten vor allem dann, wenn

  • der Unfallgegner den Schaden sofort reguliert wünscht,
  • der Unfall verschuldet wurde und noch keine Klarheit über Kosten vorliegen oder
  • ein Totalschaden vorliegt und der Gegner ein gleichwertiges Fahrzeug einfordert.

Ein Unfallgutachter kann in jedem Fall prüfen, wie hoch die Schäden ausfallen, ob ein Totalschaden gerechtfertigt ist und vor allem, wer Schuld an dem Unfall war. Ein Unfallgutachten ist im Übrigen nicht notwendig, wenn es sich eher um einen Bagatellschaden in Höhe von bis zu 750 Euro handelt. In diesem Rahmen übernehmen Versicherungsgesellschaften häufig nicht die Kosten für ein Gutachten. Hier reicht es meistens aus, die Schäden fotographisch zu dokumentieren und einen Kostenvoranschlag in die Wege zu leiten.

Welche Details sind für ein Unfallgutachten maßgeblich?

Jedes Gutachten ist unterschiedlich und doch hält sich ein Sachverständiger an einen gewissen Leitfaden. Dabei werden die Unfallfahrzeuge nach verschiedenen Aspekten beurteilt. Neben den Schäden wird auch der Fahrzeugwert vor und nach dem Unfall ermittelt. Im Normalfall enthält ein Unfallgutachten nachfolgende Passagen:

  • Beschreibung der Unfallfahrzeuge nebst technischen Details
  • Angaben zu Sonderausstattungen
  • Benennung der unfallbedingten Schäden
  • Auflistung sämtlicher Schäden plus Fotografien
  • Reparaturbestimmungen
  • Berechnung der Reparaturkosten
  • Dauer der Reparaturen
  • Evtl. Hinweise zu älteren Schäden, die nicht behoben wurden
  • Ermittlung der Wertminderung durch den Unfall
  • Ermittlung des Restwertes
  • Einschätzung, ob Reparatur wirtschaftlich ist
  • Ausfallzeiten

Wie teuer ist ein Unfallgutachten?

Die genauen Kosten eines Unfallgutachtens können an dieser Stelle nicht benannt werden, hängen diese von der Höhe des Unfallschadens ab. Hat der Sachverständige die Schadenshöhe ermittelt, kann er auch sein Honorar bestimmen. Diese finden sich in speziellen Tabellen wieder und werden gesondert herausgefiltert. Somit gilt: Je aufwendiger und komplexer die Schäden an den Unfallfahrzeugen, desto aufwendiger ist die Arbeit des Gutachters und desto höher fällt das Honorar aus.

Normalerweise können Betroffene die Honorarsumme mit einem Prozentsatz Pi mal Daumen bestimmen. Dabei gilt, dass der Prozentsatz sinkt, je höher die Schadenshöhe ausfällt.

Beispiel: Der Schaden umfasst eine Höhe von ungefähr 2.000 Euro. Hier wird häufig ein Prozentsatz von 30 Prozent veranschlagt. Somit würde der Gutachter ein Honorar von ca. 600 Euro erhalten. Liegen die Schäden bei über 20.000 Euro, fällt nur noch ein Prozentsatz von 8 Prozent an.

Wer übernimmt die Kosten für das Unfallgutachten?

Laut Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (siehe Urteil BGH vom 22.07.2014, AZ: VI ZR 357/13) unterliegen die Kosten für die Erstellung eines Unfallgutachtens den Prozesskosten, welche die Partei zu tragen hat, die im Verfahren unterliegt. Dabei sind die Parteien für die Erstellung nicht an einen Sachverständigen gebunden. Das bedeutet, dass sie den Unfallgutachter frei wählen dürfen.

Hinweis: Bevor ein Unfallgutachter den Zuschlag erhält, sollten Interessierte vorab Erkundigungen über dessen Qualifikationen einholen. Ist der Gutachter nämlich nicht sonderlich seriös oder vertrauensvoll, kann es passieren, dass die Gegenpartei das Gutachten beanstandet. In diesem Fall muss ein neuer Sachverständiger ein weiteres Gutachten erstellen, was den Prozesshergang nur in die Länge zieht.

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