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Selbstfahrende Autos und die zukünftige Revolution bei den Versicherungen

So mancher mag für die nahe Zukunft schon davon träumen, einfach in sein Auto zu steigen und auf dem Weg zur Arbeit gemütlich zu frühstücken oder noch ein kleines Nickerchen zu machen. Leider ist das im Moment noch Illusion. Bevor sich die Autofahrer diesen Luxus gönnen können, haben die Beteiligten noch einen langen Weg vor sich.

Inhalt dieses Beitrags

Am Ende wird sich die große Revolution im Automobilmarkt jedoch nicht aufhalten lassen. Autos werden ohne Fahrer unterwegs sein und die Insassen automatisch von A nach B fahren. Es mag sich nur um eine Vision handeln, aber alle Autohersteller arbeiten daran. Und auch Mediengiganten wie Google und Apple wollen am Zukunftsmarkt der selbstfahrenden Automobile mitmischen. Der Daimler-Konzern befindet sich derzeit in Deutschland in Führung bei der neuen Technologie und punktet immer wieder mit neuen Innovationen. Dabei ist die Ausarbeitung der Technik bereits so weit vorangeschritten, dass man bei Daimler jüngst von der Politik klare Richtlinien für führerlose Fahrzeuge auf den Straßen anmahnte. Eine solche Anpassung sei dringend notwendig, da die deutschen Hersteller ohne eine solche Anpassung ihren Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt verlieren würden.

Auch für selbstfahrende Fahrzeuge ist Führerschein Pflicht

Verständlich, wenn man weiß, dass ein autonom fahrender Mercedes-Benz S 500 im August 2013 die historische Bertha-Benz-Route von Mannheim nach Pforzheim bewältigen konnte, ohne dass der Fahrer eingreifen musste. Selbstfahrende Fahrzeuge sind also schon heute technisch möglich. Allerdings benötigt man auch für diese Autos einen gültigen Führerschein. Das besagt zumindest ein 2014 von den Vereinten Nationen veröffentlichtes Papier. Damit wird das seit 1968 bestehende Wiener Übereinkommen zum Straßenverkehr festgezurrt. Das bedeutet, dass Systeme, mit denen Pkw autonom fahren können, nur zulässig sind, wenn der Fahrer jederzeit eingreifen und das Fahrzeug stoppen kann. Folglich müssen selbstfahrende Autos ebenfalls von einem Fahrer mit gültigem Führerschein begleitet sein.

Bevor man sich jedoch darüber ernsthaft Gedanken machen kann, sind noch einige Testkilometer zu absolvieren, was problematischer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Während man in Deutschland nur auf privaten Strecken testen kann, sind in den USA immerhin inzwischen Testfahrten von autonomen Fahrzeugen möglich. Da auf privaten Strecken Tests zu Verkehrsbedingungen, wie sie beispielsweise auf städtischen Straßen herrschen, nicht möglich sind, testet Mercedes-Benz inzwischen in Kalifornien auf öffentlichen Straßen.

Selbstfahrende Fahrzeuge: Entwicklungen bei deutschen Autoherstellern

Noch spielen selbstfahrende Autos auf den großen Automessen eher eine Nebenrolle. Der letzte große Auftritt für Innovationen dieser Gattung war die CES in Las Vegas. Mit Audi, Mercedes, BMW und VW präsentierten hier gleich vier deutsche Produzenten ihre neuesten Ideen zu führerlosen Fahrzeugen. BMW und VW konzentrierten sich dabei in der Hauptsache auf das selbständige Einparken der Fahrzeuge, während Mercedes ein Fahrzeug vorstellte, welches mit Touchscreens in den Türen sowie einem LED-Kühlergrill ausgestattet ist. Auf diese Weise kann mit Fußgängern kommuniziert und ein Zebrastreifen erkannt werden. Bei Mercedes kümmert man sich sogar schon um die Gemütlichkeit. Die vorderen Sitze können entgegen der Fahrtrichtung gedreht werden, um eine Atmosphäre zu schaffen, die der Gemütlichkeit eines Wohnzimmers ähnelt. Audi dagegen hat sich darauf konzentriert, worauf es nach Meinung der Ingenieure aus Ingolstadt ankommt: ohne Fahrer ein Auto über eine längere Strecke zu chauffieren. Dies hat man bewiesen, indem man Journalisten über rund 900 Kilometer, überwiegend autonom, zur Messe fuhr.

Auch Google entwickelt führerlose Autos

Da auch Google in diesem Konzert mitspielen möchte, hat man ein eigenes führerloses Auto entwickelt. Große Fenster, runde Formen – richtig klein, kugelig und knubbelig sieht er aus und erinnert dabei ein wenig an einen Smart. Man möchte mit dieser Neuentwicklung keinesfalls in die Nähe von Robotern geraten und hat gerade deshalb eine etwas verspielte Version entwickelt. Im Gegensatz zu den Neuentwicklungen aller Mitbewerber hat der Selbstfahrer von Google noch nicht einmal mehr Pedale oder Lenkrad. Ein eventuell vorhandener Fahrer kann gar nicht mehr manuell eingreifen. Damit ist das Fahrzeug von Google besonders innovativ, darf aber nirgendwo fahren. Man kann daher davon ausgehen, dass irgendeine temporäre Steuerung entwickelt werden wird. Auf jeden Fall ist Google entschlossen, sein Fahrzeug innerhalb der nächsten fünf Jahre zur Marktreife zu bringen.

Natürlich können Unfälle mit oder von autonomen Fahrzeugen aufgrund der Technik nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Zu klären ist jedoch, wer bei einem Schaden zahlt. Die ersten Versicherer haben bereits entsprechende Verträge und Policen ausgearbeitet, sie möchten ihre Dienstleistungen auch für selbstfahrende Autos öffnen. Denkbar wäre, dass in einem Schadensfall nicht mehr der Fahrer, sondern der Hersteller für Schäden aufkommen muss. Das sind jedoch alles nur Gedankenspiele. Wie eine Kfz-Versicherung am Ende im Detail für autonome Autos aussieht, bleibt abzuwarten. Zunächst müssen derartige Fahrzeuge die Marktreife erlangt haben.

Irgendwann werden selbstfahrende Fahrzeuge zum Alltag auf den Straßen gehören. Dabei könnte es sich als Vorteil herausstellen, dass der Faktor Mensch als Unfallverursacher ausgeschlossen werden kann. Das dürfte die Versicherungsbeiträge drastisch verringern, wohingegen die Fahrer von nicht-automatischen Fahrzeugen mit erheblichen Beitragserhöhungen rechnen müssten.

Die Einführung von automatischen Fahrzeugen, die sich ohne menschliche Hilfe durch den Verkehr schlängeln, könnte die Versicherungsbranche im Kfz-Bereich revolutionieren, die Versicherungsbeiträge könnten sich innerhalb von fünf Jahren halbieren. Durch das Fehlen des Fahrers scheidet dieser als Unfallverursacher nahezu aus, Fahrzeughalter tragen nur noch das Risiko von Beschädigung und Diebstahl.

Britische Versicherungsmakler gehen davon aus, dass schon 2020 bis zu 90% aller neu zugelassenen Fahrzeuge, zumindest teilweise, mit ersten selbstfahrenden Technologiekomponenten wie beispielsweise einem Notbremssystem ausgerüstet sein werden. Somit sind die Reduzierungen von Versicherungsprämien keineswegs nur Planspiele, sie gehen schon sehr stark in Richtung Realität.

Versicherte sollten daher unbedingt die verschiedenen Versicherungen auch dahingehend vergleichen, wie man die neuen Technologien versichern will und zu welchen Tarifen.

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