Ist ein Kfz-Gutachten nach dem Tuning wichtig?

Verchromte Lenkräder, Heckspoiler, röhrende Motoren und wummernde Riesenboxen, beim Kfz-Tuning scheint grenzenlos alles möglich. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass alles erlaubt ist, was dem Fahrer gefällt. Wer fröhlich und heiter alles an sein Fahrzeug schraubt, was der Tuningmarkt so anbietet, riskiert nicht nur Punkte in Flensburg, im Extremfall kann auch der Versicherungsschutz für das Auto futsch sein. Es ist daher durchaus ratsam, sich vor dem Tunen zu informieren.
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Das ist sogar ein ausdrücklicher Rat des Verbandes der Deutschen Automobil Tuner. Insbesondere bei größeren Umbauten kann man schnell über das Ziel hinausschießen und das gesamte Tuning kann den Nutzer teuer zu stehen kommen. So mancher Tuner hat schon mehrere tausend Euro für einen Umbau auszugeben, um anschließend festzustellen, dass das gar nicht erlaubt ist, was er gerade veranstaltet hat. Wer am Ende keine Probleme mit Polizei, TÜV oder Versicherung haben möchte muss unbedingt darauf achten, dass für jeden Umbau und jedes einzelne Tuning-Teil die entsprechenden Dokumente und Zertifikate vorhanden sind.

Eintrag in Fahrzeugpapiere beim Tuning?

Ob und welche Dokumente notwendig sind, richtet sich unter anderem nach dem Umfang des Umbaus sowie den Tuning-Teilen. Als Faustregel gilt: Maßnahmen und Änderungen, die Folgen für die Geräusch- und Abgasemission oder die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges haben, sind zu dokumentieren und kontrollieren. Darunter kann alles und nichts fallen. Motoroptimierung, Lenkrad, Lautsprecherboxen oder Felgen, sicherheitshalber sollten Tuning-Fans alles dokumentieren. Es kann immer vorkommen, dass Änderungen in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden müssen, nicht selten ist auch ein Kfz-Gutachten durch einen Sachverständigen notwendig.

Handelt es sich nur um geringe Änderungen wie etwa eine besondere Form oder Art von Felgen, ist in der Regel weder ein neues Kfz-Gutachten noch ein Eintrag in die Fahrzeugpapiere notwendig. Der Fahrer ist lediglich angehalten, darauf zu achten, dass die Felgen eine Zulassung für seinen Fahrzeugtyp besitzen und er das notwendige Zertifikat jederzeit mit sich führt.

Bei umfangreichen Tuningmaßnahmen ist Gutachten notwendig

Handelt es sich um umfangreichere Tuningmaßnahmen, insbesondere wenn diese aus mehreren Komponenten bestehen, ist ein Kfz-Gutachten durch einen Sachverständigen erforderlich, bevor die Änderungen in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden können und müssen. Dies ist beispielsweise bei einem Austausch von Rädern und Lenkrad erforderlich. Hier muss geprüft werden, ob beides miteinander kompatibel ist. Kann dies durch ein Kfz-Gutachten bestätigt werden, erfolgt der gewünschte Eintrag in die Fahrzeugpapiere.

Bei den richtig komplizierten Umbauten, die die Motorenleistung betreffen oder bei tiefergelegten Fahrgestellen ist am Ende eine Einzelabnahme erforderlich. Hier sollte sich niemand Illusionen hingeben, eine solche Einzelabnahme kann schnell mehrere tausend Euro kosten. Besonders ärgerlich wird es, wenn am Ende keine Zulassung erfolgt. In diesen Fällen sollte man daher unbedingt vor dem Einbau der einzelnen Teile mit TÜV oder Dekra und ähnlichen Organisationen Kontakt halten, was erlaubt ist und was nicht.

Autoversicherung über Tuning informieren

Auch sollte man nicht vergessen, die Autoversicherung über vorgenommene Änderungen zu informieren. Jede Änderung, die einen Einfluss auf die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs hat, verändert das Risiko der Versicherung gegenüber der ursprünglich abgeschlossenen Police. Erfolgt hier keine ausreichende Information durch den Versicherten, darf die Versicherung Prämien nachfordern oder sogar den Vertrag kündigen.

Das sind jedoch bei Weitem noch nicht alle Folgen, die einen unbedarften und fröhlichen Tuner treffen können. Wer unsachgemäß tunt, kann nicht nur den Versicherungsschutz verlieren, sondern seinen Führerschein gleich mit. Kommt es besonders schlimm, ist auch noch das Auto futsch. Die Polizei kann bei einer Kontrolle, sofern Dokumente und Eintragungen fehlen, das Fahrzeug sofort stilllegen lassen. Gleichzeitig müssen Fahrzeugführer und -halter mit drakonischen Strafen rechnen. Das beginnt bei 50 Euro und einem Punkt und reicht bis hin zu mehreren hundert Euro und drei Zusatzpunkten.

Es ist also nicht alles erlaubt, wovon Tuning-Fans gerne träumen. Für sämtliche nachträglich eingebauten Teile, die eine Veränderung zur Folge haben, sind Zertifikate beizubringen und Kfz-Gutachten einzuholen. Nachlässigkeit in diesem Zusammenhang führt, wie schon angedeutet, zu hohen Bußgeldern und Einträgen in der Flensburger Punktekartei.

All diese Dinge sind wichtig für Käufer von Gebrauchtfahrzeugen. Hier sollten mit dem Fahrzeug auch alle notwendigen Dokumente den Besitzer wechseln. Bei Tuningteilen und Autos aus dem Ausland gilt das Gleiche. In anderen Ländern erlaubte Maßnahmen können in Deutschland verboten sein, auch hier sollte man daher lieber einmal zu viel als zu wenig mit den Prüfstellen reden.

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