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Die zehn besten Tipps beim Kauf eines Gebrauchtwagens

An dieser Stelle ist bereits eine Grundsatzentscheidung notwendig: Händler oder privat? Der private Autokauf birgt etliche Risiken. Der Käufer hat keine Garantie und keine Möglichkeit, den Verkäufer wegen Mängeln zu belangen. Bei Händlern sieht die Sache anders aus. Der Händler muss Gewährleistung für das Auto bieten.

Inhalt dieses Beitrags

Tipp 1: Wo kauft man am besten einen Gebrauchtwagen?

An dieser Stelle ist bereits eine Grundsatzentscheidung notwendig: Händler oder privat? Der private Autokauf birgt etliche Risiken. Der Käufer hat keine Garantie und keine Möglichkeit, den Verkäufer wegen Mängeln zu belangen. Bei Händlern sieht die Sache anders aus. Der Händler muss Gewährleistung für das Auto bieten. Dennoch ist auch hier Vorsicht angebracht, schließlich gibt es auch etliche unseriöse Anbieter. An diesem Punkt ist auf jeden Fall Ihre Menschenkenntnis gefragt. Sofern Ihnen der Verkäufer oder der Standplatz suspekt vorkommen, sollten Sie bei dem von Ihnen ausgewählten Auto doppelt aufpassen. Ein Fahrzeugcheck durch ADAC, TÜV, Dekra oder ähnliche objektive Testorganisationen sollte unbedingt durchgeführt werden.

Tipp 2: Woran erkennt man ein Unfallfahrzeug?

Das ist, ganz besonders, wenn Profis am Werk waren, für Laien nur sehr schwer zu erkennen. In aller Regel sind jedoch auch nur teure Gebrauchtwagen von dieser Problematik betroffen. Bei billigen Fahrzeugen ist eine Reparatur, die Unfälle vertuschen soll, nicht lohnenswert. Sie sollten jedoch stutzig werden, wenn einer der folgenden Schäden erkennbar oder zu vermuten ist:

*** Der Lack verfügt über unterschiedliche Farbschattierungen
*** Es sind Lackspuren an Stellen zu finden, an denen üblicherweise kein Lack ist
*** Kofferraumdeckel, Motorhaube oder Türen schließen schief
*** Es existieren unterschiedliche Spaltmaße beispielsweise bei Stoßfängern oder Türen
*** Der Geradeauslauf des Autos ist nicht gut

Tipp 3: Welche Formulierungen im Kaufvertrag sollten Misstrauen hervorrufen?

Sämtliche Alarmglocken sollten läuten, wenn ein Händler versucht, den Begriff „ohne Gewährleistung“ in den Vertrag aufzunehmen. Ebenfalls gern genommen wird auch die Floskel „wie gesehen und Probe gefahren“, damit der Verkäufer später behaupten kann, der entdeckte Fehler sei auch bei der Probefahrt schon aufgetaucht. Solche und ähnliche Begriffe haben in Kaufverträgen mit gewerblichen Händlern absolut nichts zu suchen. Wer als professioneller Händler versucht, sich auf diese Weise seiner Verantwortung zu entziehen, kann unmöglich als seriöser Händler eingestuft werden.

Tipp 4: Woran erkennt man eine Manipulation des Kilometerstands?

Die Manipulation eines Kilometerstands ist heute noch einfacher als früher. Musste man früher noch das halbe Armaturenbrett ausbauen, um den Kilometerstand zu ändern, geschieht dies heute mittels Computer innerhalb weniger Sekunden. Es ist nicht immer einfach, derartige Manipulationen festzustellen. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist die Abnutzung des Innenraums. So sind bei einem Fahrzeug mit etwa 70.000 Kilometern Sitze, Schaltknauf und Pedale noch in gutem Zustand. Sollten die Sitze schon durchgesessen und an den Pedalen keine Rillen mehr zu erkennen sein, hat das Fahrzeug tatsächlich einen höheren Kilometerstand, als auf dem Tacho angegeben. In einem solchen Fall empfiehlt sich ein anderer Händler.

Tipp 5: Beachten Sie das Serviceheft

Das Wichtigste beim Kauf eines gebrauchten Autos ist das Serviceheft. Darin erkennt man auf einen Blick, wie die Wartung des Fahrzeugs verlaufen ist. Insbesondere bei relativ neuen Fahrzeugen sollte unbedingt ein Serviceheft vorhanden sein. Optimal ist es natürlich, wenn die Originalrechnungen zu den Wartungen ebenfalls noch vorhanden sind. Werden Sie bitte vorsichtig, wenn die Inspektionsstempel von dem Händler sind, der das Auto verkauft hat und die Stempel von Jahr zu Jahr schwächer werden, Unterschrift, Intensität und Kugelschreiberfarbe aber immer gleich bleiben.

Tipp 6: Der Blick in den Typenschein

Aus dem Typenschein kann man sehr viel über die Vergangenheit eines Autos herauslesen. Man kann sofort erkennen, wie viele Vorbesitzer ein Fahrzeug hatte und auch, wer der Vorbesitzer war. Handelt es sich bei dem ersten Inhaber um eine Autovermietung können Sie sicher sein, dass das Fahrzeug von der ersten Sekunde an bis ans Limit getreten wurde, gleiches gilt häufig auch für Firmenwagen. Ebenfalls ist Vorsicht geboten, wenn fünf Vorbesitzer eingetragen sind, die das Auto immer nur einige Monate besaßen. Dann könnte es sich um ein Montagsauto handeln, das die Vorbesitzer jeweils an den Rand eines Herzinfarkts gebracht hat, weshalb sie es schnellstmöglich wieder loswerden wollten.

Tipp 7: Wie viel Kilometer sind zu viele Kilometer?

Ein Kilometerstand allein sagt noch nichts über ein Auto und seinen Zustand aus, die Rahmenbedingungen sind wesentlich wichtiger. Handelte es sich bei dem Vorbesitzer um einen Vertreter, der in der Hauptsache über Autobahnen gebrettert ist und mit dem Auto sämtliche Wartungsintervalle pünktlich absolviert hat? Da können 100.000 Kilometer besser sein, als 10.000 Kilometer Stop and Go im Stadtverkehr als Botenwagen. Bei 100.000 Kilometer ist dagegen von Bedeutung, welche und ob Verschleißteile schon ausgetauscht wurden. Sollte das nicht der Fall sein, könnte einiges an Reparaturkosten auf Sie zukommen. Erkundigen Sie sich unbedingt auch danach, bei welchem Kilometerstand kostspielige Wechsel von Verschleißteilen wie beispielsweise ein Zahnriemen anstehen.

Tipp 8: Bieten gebrauchte Fahrzeuge ausreichend Sicherheit?

Die Sicherheit eines Fahrzeuges ist zu einem großen Teil vom Auto und seinem Baujahr abhängig. Ein von Rost zerfressenes, 15 Jahre altes Fahrzeug ist natürlich bei einem Unfall nicht so sicher wie das drei Jahre alte Auto mit Aufprallschutz, Airbag und anderen Sicherheitselementen. Ebenfalls handelt es sich bei der These, ein großes altes Auto sei sicherer als ein kleines neues, um eine Milchmädchenrechnung. Untersuchungen haben ergeben, dass die Chance, ein und denselben Unfall mit einem zwei Jahre alten Kleinwagen unverletzt zu überstehen, größer ist, als den gleichen Unfall mit einem zwölf Jahre alten Auto der Luxusklasse. In diesem Zusammenhang ist der Zustand der Bremsen besonders wichtig. Meist steht ein zehn Jahre altes Auto mit neuen Bremsen schneller als ein drei Jahre altes Auto mit abgefahrenen Bremsen.

Tipp 9: Sind Gebrauchtwagenpreise verhandelbar?

Auch bei Gebrauchtwagen bestimmt die Nachfrage den Preis. Daher sollte man nichts unversucht lassen, den Preis zu reduzieren. Man muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass der Händler es nicht immer nötig hat, Ihnen im Preis entgegen zu kommen. Natürlich ist Ihre Verhandlungsposition besser, je exotischer das Auto ist. Der kompakte drei Jahre alte Diesel ist schließlich schneller verkauft als die Limousine mit 200 PS Benzinmotor aus Fernost. Deshalb hat der Käufer bei der Limousine aus Fernost natürlich die bessere Verhandlungsposition.

Tipp 10: Das garagengepflegte Rentnerfahrzeug mit allen Extras als Notverkauf

Oft tauchen in Kleinanzeigen klassische Floskeln auf, um Fahrzeuge in ein besseres Licht zu rücken. Was ist von diesen Floskeln zu halten?

Rentnerfahrzeug: Das soll suggerieren, dass es sich um ein gepflegtes Fahrzeug handelt, welches behutsam gefahren wurde. Dass die Kupplung bald den Geist aufgibt und der fünfte Gang eingerostet ist, wird nicht erzählt.

Alle Extras: Es mag tatsächlich jemanden geben, der sämtliche Zusatzausstattungen in sein Auto hinein gestopft hat. Tatsächlich fehlt leider noch der Zusatz, dass es sich um alle Extras handelt, die der Erstbesitzer haben wollte.

Notverkauf: Das soll ein Hinweis darauf sein, dass das Fahrzeug zu einem günstigen Preis verkauft wird, da der Verkauf sehr schnell vonstattengehen soll. Meist geht es jedoch tatsächlich darum, den Wagen schnell „an den Mann“ zu bringen, damit man die anstehende teure Reparatur nicht mehr selbst bezahlen muss. Alternativ wird die Floskel auch gerne genutzt, um einen günstigen Preis vorzugaukeln, der tatsächlich gar keiner ist.

Garagengepflegt: Damit soll ausgedrückt werden, dass das Auto immer in der Garage gestanden hat und nicht unter einer Laterne – und sich deshalb in einem erstklassigen Zustand befindet. Dabei wird natürlich verschwiegen, dass es einem Auto schadet, wenn es beim Ausflug im Winter mit salznasser Kruste in der warmen Garage geparkt wird und sich diese Garage obendrein noch mit Aluleiter, Fahrrad, Rasenmäher und Motorrad teilen muss. Somit sind die Kratzer rund um das Auto inbegriffen.

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