Schaden durch Abschleppdienst – wer haftet in diesen Fällen?

Jeder Autofahrer kennt die lästige Suche nach einem geeigneten Parkplatz. Gerade in großen Städten oder dichtbesiedelten Wohngegenden kann genau diese Suche oft zur Zerreißprobe ausarten. Dann wird in der Eile oder im Stress das Auto an einer Stelle geparkt, die vielleicht gar nicht als Parkplatz ausgeschildert ist. Manchmal fällt dieses Vergehen nicht auf, oftmals kommt jedoch ein Strafzettel zum Einsatz. Ist die Situation jedoch prekär, kann das Auto auch schon mal abgeschleppt werden. Das ist für den Autofahrer natürlich ärgerlich, ist der Einsatz mit Kosten verbunden. Noch ärgerlich wird es jedoch, wenn beim Abschleppen Schäden entstanden sind. Doch wer genau übernimmt in diesem Fall eigentlich die Kosten für die Reparatur?

Inhalt dieses Beitrags

Wer haftet bei Abschleppschäden?

Wer eine Feuerwehrzufahrt blockiert, der hat verbotswidrig geparkt. Dieses Vergehen kann gut und gern mit 50 Euro Bußgeld geahndet werden. Wird der Abschleppdienst gerufen, muss auch dieser vom Autobesitzer bezahlt werden. Doch wie geht der Autobesitzer vor, wenn das Auto vom Abschleppunternehmen beschädigt wurde. Viele Autofahrer nehmen es schließlich nicht hin, wenn beim Abholen des Fahrzeuges Kratzer oder gar Beulen vorliegen, die vormals noch nicht vorhanden waren. Streit ist in diesem Rahmen quasi vorprogrammiert. Der Autofahrer muss nämlich beweisen, dass diese Schäden vor dem Abschleppmanöver noch nicht vorlagen.

Bis zum Jahr 2014 konnten sich Autofahrer auf ein Urteil des BGH berufen, welches Schäden von abgeschleppten Fahrzeugen immer den Abschleppunternehmen zur Last legte. Dann kam allerdings die Kehrtwendung. Ein Kläger wollte am 18.02.2014 einen Schaden, der angeblich von einem Abschleppunternehmen verursacht wurde, geltend machen. Doch das Unternehmen legte Beschwerde ein, mit der Begründung, dass dieses schließlich nur im Auftrag der Polizei und somit der Behörde der Stadtgemeinde gehandelt habe. Die Haftung hat sich somit auf die zuständige Stadt sowie auf die Straßenverkehrsbehörde verlagert, welche dem Abschleppdienst den Auftrag erteilte. (siehe auch Urteil BGH Az. VI ZR 383/12 vom 18.02.2014) Auch in zweiter Instanz gab das Gericht der Stadt recht. Der Kläger hätte eingangs bereits gegen die Stadt vorgehen sollen. Folglich musste der Kläger den Schaden selbst tragen.

Welche speziellen Sonderregelungen gibt es beim Abschleppen?

Grundstücksbesitzer, deren Auffahrten oder Parkplätze blockiert sind, können die Falschparker durch Polizeieinsatz oder mittels Abschleppunternehmen abschleppen lassen. In diesem Fall besteht ein öffentlich rechtliches Verwahrungsverhältnis. Somit haftet die Straßenverkehrsbehörde gegenüber dem Autoeigentümer, bis es zur Herausgabe des Fahrzeuges kommt. Dieser erhält sein Fahrzeug, wenn er die für die Abschleppaktion entstandenen Kosten bezahlt. Das Unternehmen selbst hat im Auftrag der Stadt gehandelt und ist somit nur ein sogenannter Erfüllungsgehilfe. Die Haftung liegt folglich bei der Stadt selbst.

Wie geht nun der Autofahrer vor, wenn sich Schäden herausstellen?

Der Falschparker ist in diesem Fall immer in der Nachweispflicht. Er muss demnach beweisen, dass die Schäden am Fahrzeug durch das Abschleppunternehmen entstanden sind. Das fällt den meisten Autofahrern natürlich schwer, machen die wenigsten Autohalter stets aktuelle Bilder von ihren Fahrzeugen. Die meisten Gerichte geben zudem den Autofahrern die Mitschuld an den Schäden, da diese durch einen Verkehrsverstoß entstanden sind. Entstehen Schäden am Abstellort, so kann der Staat belangt werden. Das gilt allerdings nur, wenn das Fahrzeug in bekannten, zwielichtigen Gegenden abgestellt wurde. Befindet sich der Abstellort in Gebieten, die zu Hochwasser neigen, und kommt es bei Hochwasser zu Schäden, so haftet ebenfalls der Staat.

Im Zweifelsfall sollten Geschädigte immer einen Rechtsanwalt zurate ziehen, da Polizei, Stadt und auch Abschleppunternehmen häufig versuchen, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Kfz-Sachverstand – Ihr zuverlässiger Partner

Gerne helfen wir Ihnen als unanbhängiger Schadenregulierer dabei, Ihre Ansprüche zu prüfen. Rufen Sie dafür ganz einfach kostenfrei unsere Schadenexperten an: 0800/5701700

Möglicherweise interessiert Sie:

Autounfall: der Schadensbericht als Grundlage für die Anspruchsregulierung

Autounfall: der Schadensbericht als Grundlage für die Anspruchsregulierung

Ein Autounfall ist immer ein Ärgernis. Dies gilt vor allem dann, wenn er selbst verursacht wurde oder wenn nicht genau feststeht, wer die Verantwortung trägt. Aufschluss gibt der Schadensbericht. Dieser wird vor Ort von der Polizei gefertigt. Bei größeren Unfällen werden Gutachter und Kriminaltechniker mit der Auswertung der Spuren beauftragt. Fordern Sie auch bei Bagatellschäden einen Schadensbericht, um Ihre Unschuld im Zweifelsfall beweisen und Ihre Ansprüche geltend machen zu können.

Unfallgegner meldet sich nicht. Was tun?

Unfallgegner meldet sich nicht. Was tun?

Die Zahl der Unfälle im Strassenverkehr steigt weiterhin jedes Jahr. In Deutschland wurde die Zahl von 2,5 Millionen Unfällen pro Jahr bereits überschritten. Nach einem Verkehrsunfall kann Ihnen bei der Schadensregulierung viel Ärger ins Haus stehen. Häufig kommt es bei der Schadensregulierung zu Verzögerungen, die folgende Ursache haben: Ein Unfallgegner meldet sich nicht, sodass der Fall in der Schwebe bleibt und keine Versicherung haften möchte. Wir verraten Ihnen, wie Sie in dieser Situation am besten vorgehen, so dass Sie am Ende im besten Fall alle Schadensersatzansprüche reguliert bekommen.

Carsharing Unfall: Was müssen Sie im Schadenfall beachten?



Carsharing Unfall: Was müssen Sie im Schadenfall beachten?



Dass das Carsharing boomt, zeigen wachsende Nutzungszahlen der jeweiligen Vermittlungsplattformen.. In Deutschland verwendeten Anfang 2019 mehr als 2,4 Millionen Menschen entsprechende Angebote von Carsharing-Unternehmen wie Car2go, DriveNow oder Stadtmobil. Doch was ist zu tun, wenn es zum Carsharing Unfall kommt und wie sind vor allem die Versicherungsverhältnisse geregelt? Wir verraten Ihnen, was Sie in solch einer Situation beachten sollten und worauf es bei der Schadensregulierung ankommt.

Top 10 Tricks der gegnerischen Versicherungen bei Unfallschäden!

Top 10 Tricks der gegnerischen Versicherungen bei Unfallschäden!

Nach einem Kfz Unfall gibt es in der Schadensregulierung viel zu tun, vor allem für den Geschädigten. Wohl dem, der eine Versicherung abgeschlossen hat, oder? Die Kfz-Versicherung ist eine Art der Absicherung für den Schadenfall. Wie hoch die Prämie für die eigene Versicherung ist wird daran ermittelt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Schadensfalls ist. Das wird nicht nur daran gemessen wie lange jemand bereits einen Führerschein besitzt, sondern auch was für ein Auto er fährt und wie viele Jahre er bereits schadenfrei unterwegs ist. Tritt bedauerlicherweise doch einmal der Ernstfall ein, so ist der Versicherte bei einem Kaskoschaden (selbst verschuldeter Unfall) auf die Leistungsbereitschaft seiner Versicherung angewiesen. Bei einem Haftpflichtschaden (unverschuldeter Kfz-Unfall) haftet die Versicherung des Unfallverursachers die die aufgekommenen Schäden. In der Praxis gibt es hier oftmals eine Menge Probleme.

Unfallschaden nach Gutachten abrechnen lassen

Unfallschaden nach Gutachten abrechnen lassen

Kommt es zu einem Autounfall, so wird das geschädigte Fahrzeug im Regelfall in eine Kfz-Werkstatt überführt und dort auch repariert. Die anfallenden Kosten für die Reparatur lassen sich im Anschluss über die gegnerische Versicherung begleichen. Manchmal möchte der Unfallgeschädigte jedoch das Fahrzeug gar nicht reparieren lassen. In diesem Fall möchten sie lieber das Geld, welches für die Schadensabwicklung verwendet worden wäre, gesondert erhalten. Diese Möglichkeit gibt es! Hier ist dann eine Abrechnung nach Gutachten oder aber auch eine fiktive Abrechnung notwendig. Warum Sie dafür unbedingt einen unabhängigen Experten wie KfzSachverstand.de einschalten sollten und die Abwicklung somit nicht der gegnerischen Versicherung überlassen, dass erklären wir Ihnen gerne.

Rechnungsprüfung für Reparaturkosten

Rechnungsprüfung für Reparaturkosten

Wenn es zu einem Unfall kommt, muss der Unfallverursacher in den meisten Fällen für die entstandenen Schäden aufkommen. Allerdings sind diese Kosten immer im Rahmen zu halten. Das bedeutet, dass der Unfallgeschädigte den Reparaturumfang nicht unnötig ausreizen darf. Erscheinen dem Unfallverursacher die Reparaturkosten nun zu hoch, so kann er eine Rechnungsprüfung veranlassen. Dabei wird u. a. auch kontrolliert, ob die Reparaturkosten fachmännisch vollzogen wurden.

Das Deutsche Büro Grüne Karte: Regelung von Schäden durch ausländische Fahrzeuge

Das Deutsche Büro Grüne Karte: Regelung von Schäden durch ausländische Fahrzeuge

Nach einem Verkehrsunfall haben Sie als Geschädigter Anspruch auf Schadensregulierung durch die Haftpflicht Ihres Unfallgegners. Damit dies auch klappt, wenn es sich bei dem Unfallverursacher um einen ausländischen Fahrer handelt, gibt es das deutsche Büro Grüne Karte (dbgk). Es besorgt die Daten der zuständigen Haftpflichtgesellschaft aus dem Ausland oder tritt selbst in deren Pflichten und Rechte ein, so dass Sie als Unfallgeschädigter nach Ihrem Verkehrsunfall zu Ihrem Recht kommen.

Die Schwacke-Liste

Die Schwacke-Liste

Professionell und stilsicher: Autobewertung mit der Schwacke Liste. Wer sein Fahrzeug verkaufen oder nach einem Unfall seine korrekten Schadenersatzansprüche geltend machen möchte, muss den Fahrzeugwert akkurat ermitteln. Hier hilft die Schwacke Liste, die von allen seriösen Versicherungsunternehmen und Kfz-Ankäufern zugrunde gelegt wird. Auch als Privatperson kann man sich einen Einblick in den reellen Fahrzeugwert verschaffen und die Autobewertung in wenigen Schritten mit Schwacke vornehmen.

Autounfall: der Schadensbericht als Grundlage für die Anspruchsregulierung

Autounfall: der Schadensbericht als Grundlage für die Anspruchsregulierung

Ein Autounfall ist immer ein Ärgernis. Dies gilt vor allem dann, wenn er selbst verursacht wurde oder wenn nicht genau feststeht, wer die Verantwortung trägt. Aufschluss gibt der Schadensbericht. Dieser wird vor Ort von der Polizei gefertigt. Bei größeren Unfällen werden Gutachter und Kriminaltechniker mit der Auswertung der Spuren beauftragt. Fordern Sie auch bei Bagatellschäden einen Schadensbericht, um Ihre Unschuld im Zweifelsfall beweisen und Ihre Ansprüche geltend machen zu können.

Unfallgegner meldet sich nicht. Was tun?

Unfallgegner meldet sich nicht. Was tun?

Die Zahl der Unfälle im Strassenverkehr steigt weiterhin jedes Jahr. In Deutschland wurde die Zahl von 2,5 Millionen Unfällen pro Jahr bereits überschritten. Nach einem Verkehrsunfall kann Ihnen bei der Schadensregulierung viel Ärger ins Haus stehen. Häufig kommt es bei der Schadensregulierung zu Verzögerungen, die folgende Ursache haben: Ein Unfallgegner meldet sich nicht, sodass der Fall in der Schwebe bleibt und keine Versicherung haften möchte. Wir verraten Ihnen, wie Sie in dieser Situation am besten vorgehen, so dass Sie am Ende im besten Fall alle Schadensersatzansprüche reguliert bekommen.

Reifenplatzer auf der Autobahn: Was ist zu tun?

Reifenplatzer auf der Autobahn: Was ist zu tun?

Ein Reifenplatzer auf der Autobahn kann für Sie und für andere Verkehrsteilnehmer zu einer großen Gefahr werden. Achten Sie auf einen guten Zustand Ihrer Reifen, bevor Sie eine Fahrt auf der Autobahn antreten. Sollte es zu einem Reifenschaden kommen, sichern Sie die Pannenstelle ab und holen bei Bedarf Hilfe von einem Pannendienst. Das Mitführen eines Reserverades bringt große Vorteile mit sich.

Der Parkpilot fürs Auto

Der Parkpilot fürs Auto

Ein Parkpilot als Einparkhilfe arbeitet mit Sensoren, die naheliegende Objekte mit Ultraschall oder über einen Radar erkennen können. Wenn Sie einparken, hören Sie ein akustisches Signal. Je näher Sie dem Objekt kommen, desto deutlicher ist das Signal zu hören. Sie wissen, dass Sie dem Objekt immer näher kommen. Es gibt Parkpiloten als Abstandswarner für die Integration in die vordere und die hintere Stoßstange. Oftmals werden die Sensoren direkt neben dem Kennzeichenhalter angebracht. Bei Fahrzeugen, die ab Werk nicht mit den Sensoren ausgestattet sind, können diese nachgerüstet werden. Eine große Einparkhilfe während des Parkvorgangs ist so ein Parkpilot an Ihrem Fahrzeug in jedem Fall. Die Warnfunktion verhindert viele Parkunfälle.

Über 50.000 Kunden erfreuen
sich unserer Expertise als KFZ Gutachter

Aktuelle Bewertungen

Share This