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Sind Oldtimer eine gute Kapitalanlage?

8,3 Billionen Euro hat der Zusammenbruch von Lehman Brothers rund um den Globus während der Finanzkrise gekostet. Die Schockwellen waren gigantisch und trafen in der Hauptsache die Staaten, die von einer erheblich gestiegenen Verschuldung betroffen waren. Auch in vielen privaten Portfolios und Aktiendepots hat die angeschlagene Wirtschaft eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Insgesamt ist der Schaden weit über finanzielle Verluste hinaus gegangen. Sind Oldtimer ein adäquater Ersatz als Wertanlage oder doch nur Liebhaberobjekte mit kleinem Wertzuwachs?

Inhalt dieses Beitrags

Old- und Youngtimer als alternative Geldanlage mit Wertsteigerung

Die Kapitalmarktanleger sind gehörig misstrauisch gegenüber den Versprechen von Anlageberatern und Banken geworden, sie misstrauen Wertpapieren inzwischen grundsätzlich und allgemein. Vor diesem Hintergrund haben alternative Geldanlagen wie Oldtimer oder tatsächlich auf Briefmarken einen erheblichen Zulauf, und da ist keineswegs nur von Immobilien, Kunst oder Gold die Rede. Immer mehr Kapitalanleger interessieren sich für alte Fahrzeuge, umgangssprachlich auch „Garagengold“ als Geldanlage. Damit sind keine zu vermietenden Stellplätze oder Garagen gemeint, sondern historische Fahrzeuge wie Old- und Youngtimer. Ein Markt mit milliardenschwerem Potenzial und zum Teil sehr starkem Wertzuwachs. Einzelne Liebhaberstücke können somit eine extrem gute Wertanlage mit unglaublichem Potenzial der Wertsteigerung sein.

In den vergangenen Jahren wurden, hauptsächlich in den USA, des Öfteren 10 oder 20 Millionen US-Dollar bei Auktionen von Oldtimern erzielt, eine mehr als deutliche Sprache der Kapitalanleger: Oldtimer sind eine lohnende Geldanlage. Damit ein solches Fahrzeug jedoch nicht nur einfach in der Garage vor sich hin altert, ist mehr notwendig als ein wenig Kleingeld. Wer in Oldtimer investiert, dem muss klar sein, dass diese Kapitalanlage auch ihre Tücken haben kann. Werthaltigkeit hat so ein Fahrzeug meistens nur dann, wenn es eben keine „Rostlaube“ ist und mit dem Originalzustand des Autos nahezu identisch ist.

Andernfalls wird aus dem erhofften Schatz sehr schnell nicht mehr als eine teure Rostlaube. Wer in der Gruppe der Classic Cars investiert, sollte wissen, worauf er sich einlässt, und über Marktkenntnis verfügen. Schließlich ist nicht jedes alte Auto gleichzeitig auch ein wertvoller Oldtimer. Manche Besitzer warten seit Jahrzehnten darauf, dass aus ihrem alten Auto eine Kapitalanlage wird. Daher sind Investments in Oldtimer eine, besonders für Männer, interessante Geldanlage. In gewisser Weise ist es allerdings auch eine Art Wette auf die Zukunft. Erst nach Jahren stellt sich heraus, ob das gewünschte Ergebnis tatsächlich auch erreicht wurde. Wer mit Oldtimern als Geldanlage erfolgreich sein will, benötigt den richtigen Riecher und viel Sachverstand.

Viele sind jedoch bereit, angesichts der trügerischen Sicherheit, die die Kapitalmärkte bieten, anstatt auf Aktien, Anleihen und Wertpapiere zu setzen, andere Kapitalanlagen zu wählen. Die 2007 beginnende Finanzkrise hat deutlich gemacht, wie trügerisch das Gefühl der Sicherheit sein kann. Auf den ersten Blick scheint es, dass man diese Probleme bei Sachwerten nicht hat. Sachwerte kann man „anfassen“, allein dadurch genießen sie eine gewisse Werthaltigkeit und Stabilität. Immobilien oder Gold verdeutlichen dass eindrucksvoll. Diese Suche nach Sicherheit, kombiniert mit Inflationsangst, machen Sachwerte interessant. Mit Sicherheit dürfte es jedoch der falsche Weg sein, einfach Geld vom Konto abzuheben, einen Oldtimer zu kaufen und sich diesen in die Garage zu stellen.

Klassifizierung von „Oldtimern“

In Deutschland existiert bei älteren Fahrzeugen eine Unterscheidung zwischen Youngtimer und Oldtimer. Die Medien verwenden hierfür den Begriff „Synonym Classic Cars“. Die Grenze zwischen diesen beiden Fahrzeugtypen ist jedoch einigermaßen unscharf. Bei einem Alter von 25 bis 30 Jahren spricht man von einem Youngtimer, es kann jedoch auch schon auf Fahrzeuge mit 15 Jahren zutreffen.

In Großbritannien und den USA herrscht bei Oldtimern eine vollkommen andere Einteilung. So stammen Fahrzeuge der „Brass Era Classic“ aus den Jahren zwischen 1890 und 1918, Fahrzeuge der Vintage Era stammen aus der Vorkriegszeit. Im Wesentlichen wird heute die Einteilung von Oldtimern nach dem Baujahr klassifiziert, die Einteilung wird in die Klassen A bis G vorgenommen. Dieses internationale Klassifikationsverfahren entspricht den Vorgaben des Gesamtverbandes FIVA.

Entscheidend sind Status, Originaltät und Zustand für eine wetvolle Anlage

Allerdings ist die historische Einordnung der betagten Knatterer nur eine Seite der Medaille. Damit am Ende tatsächlich aus dem alten Auto ein wertvoller Oldtimer wird, sind Status, Originalität und Zustand des Fahrzeugs entscheidend. Über diese drei Punkte entscheidet sich immer am Ende der Umfang der Wertbildung, die zusätzlich durch ein Oldtimer-Wertgutachten untermauert werden kann. Um den Zustand und die Erwartungen an einen Oldtimer zu ermitteln, lassen sich verschieden Kriterien zu Rate ziehen.

Durchschnittlich sind Oldtimer 12 Millionen US-Dollar wert

Die 15 teuersten Oldtimer wechselten in den vergangenen Jahren für insgesamt 180 Millionen US-Dollar die Besitzer. Das macht ausreichend deutlich, welchen Wert der richtige Oldtimer haben kann. Immerhin liegt der Durchschnitt damit bei 12 Millionen US-Dollar. Der bisher teuerste Veteran hat eine besondere Geschichte und fand erst 2013 seinen neuen Eigentümer. Es geht dabei um den Rennwagen Mercedes-Benz W 196 R, mit dem Juan Manuel Fango über die Piste gejagt ist. Für 29,7 Millionen US-Dollar wechselte der Silberpfeil den Besitzer. Damit hat er den Ferrari 250 Testa Rossa, der 2011 für 16,4 Millionen US-Dollar in andere Hände überging, eindeutig geschlagen.

Wenn man sich eingehender mit den teuersten Oldtimern beschäftigt, fällt auf, dass insbesondere Ferrari und Mercedes-Benz um die Krone des teuersten Oldtimers streiten, sie sind beide mehrfach in der Liste der teuersten 15 Fahrzeuge vertreten. Man kommt jedoch nicht darum herum festzustellen, dass die Italiener mit acht Fahrzeugen sowohl stückzahlmäßig als auch mit 89,9 Millionen US-Dollar, gegenüber 51,1 Millionen US-Dollar der Schwaben, in beiden Disziplinen die Nase vorn haben. Bleibt die Frage, wie derartige Auktionserlöse zustande kommen, der Materialwert ist sicherlich nicht die Ursache.

Das Geheimnis wird bei einem Blick hinter die Kulissen erkennbar, besser ausgedrückt: auf die Vorbesitzer oder Geschichten. Eben beispielsweise der Name Juan Manuel Fangio für den Silberpfeil oder der Ford GT40 Gulf/Mirage, der im Film „Le Mans“ mit Steve McQueen als Kamerawagen im Einsatz war. Solche Dinge treiben die Preise rasant nach oben. Werden solche Dinge bekannt, können sich die Preise von Oldtimern rasant vervielfachen. Das konnte der Besitzer eines Ferrari 250 SWB Competizione aus dem Jahr 1957 erleben. Er konnte 2011 sein Fahrzeug 2011 für 5,3 Millionen US-Dollar verkaufen. Wenige Jahre vorher hatte er den Wagen für 2,8 Millionen US-Dollar erworben.

Wie bereits oben erwähnt, sollte man sich genau auskennen, wenn man in Oldtimer investieren möchte. Wir von KFZSachverstand.de beraten Sie gern und erstellen Ihnen ein fundiertes Oldtimer Gutachten, damit Sie auf der sicheren Seite beim Kauf bzw. Verlauf sind. Rufen Sie uns an, unser geschultes Team von Oldtimerexperten berät Sie gerne kostenfrei!

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