Warum sich ein regelmäßiges Wertgutachten bei Oldtimern lohnt

Jahr für Jahr steigt die Zahl der Oldtimer in unserem Land unaufhörlich. In Schadensfällen kommt es dabei schnell zu Problemen bei der Bewertung der zu behebenden Unfallfolgen. Während bei einem Kaskofall für die Versicherer der Marktwert des Oldtimers entscheidend ist, geht es bei Haftpflichtschäden in der Hauptsache um den Wiederbeschaffungswert. Beides ist nicht einfach zu ermitteln. Bei Haftpflichtschäden verlangen die Versicherer ab 40.000 Euro ein detailliertes Gutachten.

Inhalt dieses Beitrags

Oldtimerverbände raten grundsätzlich dazu, bei einem solchen Fahrzeug sich im Besitz eines Wertgutachtens zu befinden. In aller Regel ist dieser Rat mit dem Hinweis verbunden, ein Wertgutachten für Oldtimer regelmäßig zu aktualisieren. Bei einer solchen Vorgehensweise fällt es den Versicherern bei einem Schaden wesentlich schwerer, das bestehende Gutachten anzugreifen. Er muss konkret bestimmen, warum er an welcher Stelle das Gutachten nicht anerkennen kann.

Immer auf der sicheren Seite auch nach einem Schaden

Ist ein Gutachten mit regelmäßiger Aktualisierung vorhanden, umgeht der Versicherungsnehmer gleichzeitig auch das Risiko einer eventuellen Unterversicherung. Hat der Oldtimer beispielsweise einen Wert von 100.000 Euro und ist nur mit 75.000 Euro versichert, kürzt die Versicherung bei Schäden, auch Teilschäden, die Regulierungssumme um 25%, davon wird dann noch die Selbstbeteiligung abgezogen. Daher raten selbst die Versicherungen dazu, ein detailliertes Wertgutachten zu erstellen und regelmäßig zu aktualisieren. Dies gilt natürlich in Verbindung mit einer Versicherung zum Wiederbeschaffungswert.

In Deutschland gibt es mehr als 450.000 Oldtimer

Derzeit sind in Deutschland mehr als 450.000 Autos mit historischem Hintergrund, älter als 30 Jahre, unterwegs. Sie sind am sogenannten „H-Kennzeichen“ zu erkennen. Diese Kennzeichen werden ausschließlich an Fahrzeuge ausgegeben, die älter als 30 Jahre sind und darüber hinaus durch eine amtliche Prüfung als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ anerkannt werden. Aktuell trifft das auf mehr als 300.000 Altfahrzeuge zu, wobei die Zahl Jahr für Jahr um rund 10% steigt.

Echte Liebhaberstücke werden gehegt und gepflegt

Die Liebhaberautos sind meist sehr gut gepflegt. Glaubt man den Mängelstatistiken, sind nur 28% der Historienfahrzeuge mit kleinen und 19% mit erheblichen Mängeln unterwegs. Eine Quote die den acht bis neun Jahre alten Fahrzeugen entspricht. Insgesamt bestehen mehr als 50% aller Oldtimer die notwendige Hauptuntersuchung ohne Mängel. Da sieht es bei den Youngtimern, Fahrzeuge unterhalb von 30 Jahren, schon deutlich schlechter aus. In dieser Kategorie kommt es bei der Hauptuntersuchung in 28% der Fälle zu geringen und in 33% zu erheblichen Mängeln. Gerade einmal 39% schaffen die HU ohne Beanstandung.

Der Wert eines Oldtimers setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die sich obendrein je nach Blickwinkel unterscheiden. Besitzer von derartigen Klassikern ermitteln den Wert, indem Sie zunächst den Anschaffungspreis zugrunde legen, ihre Investitionen aufaddieren und eine jährliche Wertsteigerung berücksichtigen. Eine auf den ersten Blick logische Wertermittlung, auch wenn sie nicht alles berücksichtigt, was am Ende für den Kaufpreis von entscheidender Bedeutung ist. Ganz entscheidend ist immer auch zum Beispiel die aktuelle Marktlage, die naturgemäß erheblichen Einfluss auf Angebot und Nachfrage hat.

Oldtimer als Geschäftsfahrzeuge steuerlich absetzen?

Gelegentlich wird versucht, Oldtimer als Geschäftsfahrzeuge steuerlich abzusetzen. Der Vorteil besteht darin, dass der entsprechende geldwerte Vorteil auf Basis seines historischen Wertes ermittelt wird. So hat beispielsweise ein Mercedes 230 SL im Jahr 1963 gerade einmal 25.000 Mark gekostet. Manche Betriebsprüfer neigen jedoch dazu, die Kosten für einen Oldtimer nicht anzuerkennen, da sie nicht abzugsfähig seien. Das ist nicht ganz richtig.

Es existiert ein gesetzliches Verbot, dass Yachten nicht abzugsfähig sind. Auch Oldtimer-Flugzeuge dürfen nicht als Firmenflugzeuge betrachtet werden. Für alte Autos gibt es eine solche Regelung nicht, auch wenn sie Oldtimer genannt werden. Bei Fahrzeugen ist die Abzugsfähigkeit einzig und allein eine Sache der Verhältnismäßigkeit. Bewegen sich die Betriebskosten, inklusive Wertverlust, eines Oldtimers im Rahmen von Neufahrzeugen hat das Finanzamt keinen Grund, herum zu nörgeln. Die Steuerbeamten dürfen erst dann Schwierigkeiten machen, wenn die Kosten des Oldtimers jeden vernünftigen und sinnvollen Rahmen sprengen.

Kfz-Sachverstand – Ihr zuverlässiger Partner

Gerne helfen wir Ihnen als unanbhängiger Schadenregulierer dabei, Ihre Ansprüche zu prüfen. Rufen Sie dafür ganz einfach kostenfrei unsere Schadenexperten an: 0800/5701700

Möglicherweise interessiert Sie:

Der Oldtimer im Winter – Mit diesen einfachen Tipps lagern Sie ihren Oldtimer am besten!

Der Oldtimer im Winter – Mit diesen einfachen Tipps lagern Sie ihren Oldtimer am besten!

Der Herbst steht vor der Tür, Zeit für den Winterschlaf des geliebten Oldtimers. Da jedoch auch bei einem Fahrzeug, welches im Winter einfach nur in der Garage herumsteht, Schäden auftreten können, empfiehlt es sich, die winterliche Standzeit gut vorzubereiten. Es reicht keineswegs, das Fahrzeug einfach in die Garage zu fahren, das Tor zu schließen und den Schlüssel für die nächsten Monate in der Schublade zu verstauen. Auch während der Standzeit im Winter kann Ihr Schätzchen Schaden nehmen.

Wiederaufbauwertgutachten für Klassiker

Wiederaufbauwertgutachten für Klassiker

Der Wert von Young- und Oldtimern ergibt sich aus einer Vielzahl an Faktoren. Manche von ihnen wirken sich positiv, andere negativ auf den Wert des Klassikers aus. Neben den sogenannten harten Basisdaten wie Baujahr, Aufbau, Motorisierung, Typ und Marke gibt es noch weitere sogenannte Softfaktoren zu berücksichtigen.

Sind Oldtimer eine gute Kapitalanlage?

Sind Oldtimer eine gute Kapitalanlage?

8,3 Billionen Euro hat der Zusammenbruch von Lehman Brothers rund um den Globus während der Finanzkrise gekostet. Die Schockwellen waren gigantisch und trafen in der Hauptsache die Staaten, die von einer erheblich gestiegenen Verschuldung betroffen waren. Auch in vielen privaten Portfolios und Aktiendepots hat die angeschlagene Wirtschaft eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Insgesamt ist der Schaden weit über finanzielle Verluste hinaus gegangen. Sind Oldtimer ein adäquater Ersatz als Wertanlage oder doch nur Liebhaberobjekte mit kleinem Wertzuwachs?

Oldtimer als Wertanlage

Oldtimer als Wertanlage

Alle, die auf Oldtimer als Wertanlage gesetzt haben, konnten sich in den letzten Jahren über eine mehr als stattliche Rendite freuen. Oldtimer, die häufig auch als „Garagengold“ bezeichnet werden, legten wesentlich mehr an Wert zu als vergleichbare Investments.

Das Deutsche Büro Grüne Karte: Regelung von Schäden durch ausländische Fahrzeuge

Das Deutsche Büro Grüne Karte: Regelung von Schäden durch ausländische Fahrzeuge

Nach einem Verkehrsunfall haben Sie als Geschädigter Anspruch auf Schadensregulierung durch die Haftpflicht Ihres Unfallgegners. Damit dies auch klappt, wenn es sich bei dem Unfallverursacher um einen ausländischen Fahrer handelt, gibt es das deutsche Büro Grüne Karte (dbgk). Es besorgt die Daten der zuständigen Haftpflichtgesellschaft aus dem Ausland oder tritt selbst in deren Pflichten und Rechte ein, so dass Sie als Unfallgeschädigter nach Ihrem Verkehrsunfall zu Ihrem Recht kommen.

Die Schwacke-Liste

Die Schwacke-Liste

Professionell und stilsicher: Autobewertung mit der Schwacke Liste. Wer sein Fahrzeug verkaufen oder nach einem Unfall seine korrekten Schadenersatzansprüche geltend machen möchte, muss den Fahrzeugwert akkurat ermitteln. Hier hilft die Schwacke Liste, die von allen seriösen Versicherungsunternehmen und Kfz-Ankäufern zugrunde gelegt wird. Auch als Privatperson kann man sich einen Einblick in den reellen Fahrzeugwert verschaffen und die Autobewertung in wenigen Schritten mit Schwacke vornehmen.

Autounfall: der Schadensbericht als Grundlage für die Anspruchsregulierung

Autounfall: der Schadensbericht als Grundlage für die Anspruchsregulierung

Ein Autounfall ist immer ein Ärgernis. Dies gilt vor allem dann, wenn er selbst verursacht wurde oder wenn nicht genau feststeht, wer die Verantwortung trägt. Aufschluss gibt der Schadensbericht. Dieser wird vor Ort von der Polizei gefertigt. Bei größeren Unfällen werden Gutachter und Kriminaltechniker mit der Auswertung der Spuren beauftragt. Fordern Sie auch bei Bagatellschäden einen Schadensbericht, um Ihre Unschuld im Zweifelsfall beweisen und Ihre Ansprüche geltend machen zu können.

Unfallgegner meldet sich nicht. Was tun?

Unfallgegner meldet sich nicht. Was tun?

Die Zahl der Unfälle im Strassenverkehr steigt weiterhin jedes Jahr. In Deutschland wurde die Zahl von 2,5 Millionen Unfällen pro Jahr bereits überschritten. Nach einem Verkehrsunfall kann Ihnen bei der Schadensregulierung viel Ärger ins Haus stehen. Häufig kommt es bei der Schadensregulierung zu Verzögerungen, die folgende Ursache haben: Ein Unfallgegner meldet sich nicht, sodass der Fall in der Schwebe bleibt und keine Versicherung haften möchte. Wir verraten Ihnen, wie Sie in dieser Situation am besten vorgehen, so dass Sie am Ende im besten Fall alle Schadensersatzansprüche reguliert bekommen.

Reifenplatzer auf der Autobahn: Was ist zu tun?

Reifenplatzer auf der Autobahn: Was ist zu tun?

Ein Reifenplatzer auf der Autobahn kann für Sie und für andere Verkehrsteilnehmer zu einer großen Gefahr werden. Achten Sie auf einen guten Zustand Ihrer Reifen, bevor Sie eine Fahrt auf der Autobahn antreten. Sollte es zu einem Reifenschaden kommen, sichern Sie die Pannenstelle ab und holen bei Bedarf Hilfe von einem Pannendienst. Das Mitführen eines Reserverades bringt große Vorteile mit sich.

Der Parkpilot fürs Auto

Der Parkpilot fürs Auto

Ein Parkpilot als Einparkhilfe arbeitet mit Sensoren, die naheliegende Objekte mit Ultraschall oder über einen Radar erkennen können. Wenn Sie einparken, hören Sie ein akustisches Signal. Je näher Sie dem Objekt kommen, desto deutlicher ist das Signal zu hören. Sie wissen, dass Sie dem Objekt immer näher kommen. Es gibt Parkpiloten als Abstandswarner für die Integration in die vordere und die hintere Stoßstange. Oftmals werden die Sensoren direkt neben dem Kennzeichenhalter angebracht. Bei Fahrzeugen, die ab Werk nicht mit den Sensoren ausgestattet sind, können diese nachgerüstet werden. Eine große Einparkhilfe während des Parkvorgangs ist so ein Parkpilot an Ihrem Fahrzeug in jedem Fall. Die Warnfunktion verhindert viele Parkunfälle.

WordPress Image Lightbox
Share This