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Was ist zu beachten beim Linksverkehr

Nicht wenige Autofahrer sind der Ansicht, dass das Fahren auf der linken Seite eigentlich nur in Großbritannien ein Thema ist – aber die haben ja schon immer Extrawürste gebraten. Gut, manche haben schon davon gehört, dass auch in Australien links gefahren werden soll. Das interessiert dann aber nicht mehr wirklich, Australien ist weit weg, kommt man sowieso nie hin.

Inhalt dieses Beitrags

Linksverkehr: Was sollten Sie im Urlaub beachten?

Nicht wenige Autofahrer sind der Ansicht, dass das Fahren auf der linken Seite eigentlich nur in Großbritannien ein Thema ist – aber die haben ja schon immer Extrawürste gebraten. Gut, manche haben schon davon gehört, dass auch in Australien links gefahren werden soll. Das interessiert dann aber nicht mehr wirklich, Australien ist weit weg, kommt man sowieso nie hin. Auch die Vorschriften in Trinidad und auf den Falkland-Inseln zum Thema Linksfahren mögen den deutschen Autofahrer kalt lassen. Aber exotisch ist das Fahren auf der linken Seite keineswegs.

Zur Frage, wieso in manchen Ländern eigentlich rechts und in anderen links gefahren wird, existieren verschiedene Vermutungen und Theorien. Sie alle sind gleichzeitig mit der Frage verknüpft, ob denn nun diejenigen auf der rechten Seite oder doch die auf der linken Seite die Falschfahrer sind. Eine der wahrscheinlichsten Theorien basiert auf der Fortführung der Regeln beim Reiten. Schon lange vor dem ersten Auto waren allgemeine Regeln zur Vermeidung von Pferdeunfällen notwendig. Deshalb war es zu Zeiten des Römischen Reichs Vorschrift, dass links zu Reiten und mit Gespannen zu fahren ist. Das galt so lange, bis Napoleon erschien und verfügte, dass seine Militärgespanne rechts zu fahren haben. Napoleon war irgendwann weg, die rechte Reiterordnung blieb und wurde später bei den Regeln für Autofahrer übernommen.

Insgesamt gilt in über 60 Ländern auf diesem Globus ein Linksfahrgebot. So beispielsweise auch in Indien oder in Europa auf Zypern, Malta und in Irland. So mancher hat deshalb die unbegründete Angst, sich einen Leihwagen zu nehmen. Dabei lernt man das Fahren auf der „falschen“ Seite recht schnell.

Zunächst einmal die gute Nachricht: Bei Kupplung, Bremse und Gaspedal ändert sich nichts, die bleiben, wo sie sind: links die Kupplung, rechts das Gas. Alles andere im Cockpit dagegen zieht um. Der Schaltknüppel befindet sich links von Ihnen, Blinker und Scheibenwischer sind oft, aber nicht immer, seitenverkehrt angebracht und der erste Gang ist nicht mehr rechts, sondern links außen. Wenn Sie damit kein Problem haben und sich in Ländern mit Linksverkehr ein Fahrzeug leihen, dann nehmen Sie am besten ein Fahrzeug mit Automatik-Getriebe. Der normale Fahrer aus einem Rechtsverkehrsland greift ansonsten beim Schalten garantiert zuerst einmal beherzt in die Ablage der rechten Tür, um den 2. Gang einzulegen. Das kann Ihnen bei einem Automatik-Fahrzeug nicht passieren.

Die Tacho-Beschriftung ist ebenfalls ein wenig anders als gewohnt. Es wird nicht mehr in Kilometer sondern in Meilen pro Stunde gerechnet. Das macht aber nicht viel, die Beschilderung ist ebenfalls in Meilen, von daher muss man nichts umrechnen. Man muss lediglich wissen, dass 10 Meilen eine größere Distanz darstellen als 10 Kilometer.

Zu den schwierigsten Aufgaben gehört sicherlich das Abbiegen an Kreuzungen. In Ländern mit Linksverkehr gibt es eine Rechtsabbieger-Spur, so wie wir die bei uns für Linksabbieger kennen. Aus Gewohnheit besteht die Gefahr, dass Sie hier beim Abbiegen auf die falsche Straßenseite geraten. Mit ein wenig Konzentration hat man das allerdings schnell im Griff. Eine weitere Falle sind die Kreisverkehre, die immer im Uhrzeigersinn gefahren werden, wobei der von rechts kommende Vorfahrt hat. Wichtig ist zu wissen, dass es die Regel „Links-vor-Rechts“ in den Linksverkehr-Ländern nicht gibt. Fast immer wird die Vorfahrt durch eindeutige Zeichen wie „Give Way“ geregelt. In den seltenen Fällen, an denen das nicht eindeutig geregelt ist, bleiben Sie am besten defensiv und verständigen sich mit Handzeichen.

Deutsche Autofahrer mit englischen Mietwagen ziehen, meist instinktiv, das Fahrzeug zu weit nach links. Das kann schnell im Graben enden. Deshalb sollten Sie sich von vornherein daran gewöhnen, den Mittelstreifen als Maßstab zu nehmen und etwas näher an diese Hilfslinie heranzufahren, auch wenn Ihnen dies vielleicht den Schweiß auf die Stirn treibt. Dieser Drang nach links hat seinen Ursprung in unserem heimatlichen Gefühl, dass jedes Auto unmittelbar links von uns endet, während wir rechts Platz lassen müssen. Dieses jahrelang antrainierte Gefühl ändert sich nicht durch neue Verkehrsregeln. Deshalb treten in Ländern mit Linksverkehr die meisten Schäden an Leihfahrzeugen auf der linken Seite auf, weil auf dieser Seite Hindernisse oder parkende Fahrzeuge touchiert werden.

Egal ob Sie beruflich oder als Urlauber in einem Linksverkehrsland unterwegs sind. Die Verkehrssicherheit ist viel zu wichtig, um sie im Stress zu vernachlässigen. Nehmen Sie sich Zeit, steigen Sie ins Auto ein und orientieren Sie sich zunächst einmal im Cockpit. Wenn Sie kein Automatik-Fahrzeug gemietet haben, dann schalten Sie zunächst einmal sämtliche Gänge durch. Machen Sie sich mit den Schaltern für Scheibenwischer und Blinker vertraut und drehen Sie irgendwo eine vorsichtige Parkplatzrunde, bevor Sie sich in den Straßenverkehr einreihen.

Bleiben Sie dann während der Fahrt äußerst konzentriert und vermeiden Sie insbesondere in den ersten Tagen alles, was Sie ablenken könnte, wie beispielsweise ein Radio. Das ist nicht nur aus Sicherheitsgründen wichtig, sondern auch aus Versicherungsgründen. Sollten Sie mit Ihrem eigenen Fahrzeug unterwegs sein und sich nach dem Abbiegen aus alter Gewohnheit auf der falsche Straßenseite einordnen, können Sie bei einem Unfall schnell den Versicherungsschutz verlieren. So hat zum Beispiel das Landgericht Mainz in einem Urteil (AZ 7 O 391/97) entschieden.

In dem verhandelten Fall hatte ein Fahrer in England einen Unfall dadurch verursacht, dass er zeitweise auf der rechen Straßenseite fuhr. Das Gericht bewertete dies als grob fahrlässig, die Kaskoversicherung musste nicht für den Schaden aufkommen. Seien Sie also besonders vorsichtig im Linksverkehr, damit Sie hinterher nicht mit Ihrer Versicherung um Ihr Recht streiten müssen.

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