Neuer Alkoholtest kann Autofahren verhindern

In manchen Ländern haben Alkoholsünder kein einfaches Leben. Sie müssen nicht nur für längere Zeit den Führerschein abgeben, sondern ihr Fahrzeug mit dem sogenannten Alcolock ausrüsten. Das Gerät ist mit der Zündung verbunden und analysiert bei Polizeikontrollen den Alkoholgehalt in der Atemluft. Hat der Fahrer zu viel getrunken, wird der Anlasser blockiert.

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Fahrzeuge mit eingebautem Alkoholtest von Volvo

In Japan gehört Alkohol am Steuer inzwischen zu den größten Risiken im Straßenverkehr. Nachdem bei einem spektakulären Unfall drei Kinder getötet wurden, sind dort die Autohersteller erheblich unter Druck geraten. Volvo bietet als erster Hersteller weltweit jetzt Fahrzeuge mit eingebauter Alkoholkontrolle an. Wer den Alkoholtest eingebaut hat muss mit einem Atemtest nachweisen dass er nüchtern ist, ansonsten bleibt der Motor aus. Das System unterstützt den Fahrer bei der Entscheidung, ob er noch nüchtern ist oder nicht, heißt es bei Volvo. Mit dieser Technik möchte der Fahrzeughersteller eine Initiative gegen alkoholbedingte Unfälle starten.

Laut Statistiken ist jeder dritte Verkehrsunfall in Europa auf Alkohol zurückzuführen, dem möchte man entgegen wirken. Dabei wird die Brennstoffzellentechnik genutzt, die in der Regel auch von den europäischen Polizeibehörden zur Anwendung kommt. Bei dieser Technik muss der Fahrer zunächst in ein Gerät von der Größe eines Mobiltelefons atmen. Die im Gerät enthaltenen Brennstoffzellen reagieren sehr empfindlich auf Atemluft mit Ethanol. Das Ergebnis der Atemprobe wird mittels Funksignal an die Elektronik des Fahrzeugs übermittelt. Liegt das Ergebnis über dem für Schweden zulässigen Grenzwert von 0,2 Promille, kann das Fahrzeug nicht mehr gestartet werden. Laut Volvo kann das System, beispielsweise durch Luftzufuhr von außen, nicht manipuliert werden. Allerdings lässt sich die Elektronik in Gefahrensituationen überbrücken, der Motor kann im Notfall dennoch gestartet werden.

Das Gerät ist sogar mobil, der Fahrer kann es auch zu einer Party mitnehmen. LED-Leuchten zeigen die Alkoholkonzentration zwischen 0,0 und mehr als 0,2 Promille an. Bei einem Wert bis 0,1 leuchtet grünes Licht, der Start des Fahrzeuges ist freigegeben. Bei bis 0,2 Promille wird bei gelbem Licht ebenfalls der Start freigegeben. Liegt der Wert oberhalb von 0,2 Promille leuchtet rotes Licht auf, der Start ist blockiert.

Derzeit ist das Kontrollsystem auf die schwedischen Grenzwerte eingestellt, kann jedoch auch ohne Probleme an Grenzwerte von anderen Ländern angepasst werden. Jeder Volvo-Händler kann eine notwendige Kalibrierung vornehmen. Bisher ist jedoch noch nicht entschieden, ob das Gerät in Deutschland auf den Markt kommen wird. Volvo prüft für Deutschland die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Marktchancen. In Schweden ist das Gerät gegen einen Aufpreis von ca. 850 Euro erhältlich.

Volvo geht davon aus, dass die Technik insbesondere für Verwaltungen, Behörden, Taxiunternehmer und andere Flottenbetreiber interessant ist. Unabhängig davon ist das System jedoch auch für Privatkunden von Interesse. Da die Technik vorhanden ist, spricht eigentlich nichts gegen ein Umdenken aller Beteiligten. Nutzer müssen ein Interesse daran haben, bei den Alkoholwerten auf der sicheren Seite zu sein, Hersteller sollten möglichst preiswert das System anbieten und Versicherer über reduzierte Prämien nachdenken.

Nissan entwickelt System zur automatischen Alkoholkontrolle über Sensoren im Auto

Nissan betrachtet die Angelegenheit unter wesentlich rigoroseren Gesichtspunkten, der Ansatz von Volvo sei gut, wird jedoch nicht als akzeptable und sinnvolle Lösung betrachtet, da man notorische Trinker damit keinesfalls zur Disziplin zwingen könnte. Otto-Normal-Fahrer dagegen dürften sich von der Technik genervt fühlen und das System nicht bestellen. Der angesprochene dramatische Unfall mit den drei bei einem Alkoholunfall ums Leben gekommen Kindern hat die Ingenieure von Nissan dermaßen erschreckt, dass sie ein wesentlich subtileres und vor allem automatisch arbeitendes System entwickelt haben, bei dem der Fahrer vor der Abfahrt nichts weiter tun muss, als nüchtern zu bleiben.

Die Sensoren des ausgerüsteten Fahrzeuges schnüffeln ebenfalls Luft, dafür muss allerdings niemand in irgendein Röhrchen blasen. Stattdessen werden die Ausdünstungen des Fahrers in einem verdeckten Sensor am Schaltknauf analysiert, der die Haut der Handfläche analysiert. Im gesamten Fahrzeug sind weitere Sensoren angebracht, beispielsweise im Heck, im Dachhimmel oder auch an der Sitzlehne, die den Dunstkreis des Fahrers nach weiteren Duftnoten scannt. Erkennt das System eine Überschreitung der erlaubten Alkoholgrenzwerte wird die Elektronik des Fahrzeugs blockiert und sie sorgt so für eine Zwangspause.

Aktuell kämpfen die Entwickler noch mit der Feinabstimmung des Systems. Da in Japan eine Promillegrenze von 0,15 gilt, ist es zum Fahren eigentlich schon in dem Moment zu spät, in dem das Gerät überhaupt Alkohol erkennt. Das Problem besteht jedoch darin, dass die Sensoren derzeit noch auf reichlich aufgetragenes Parfum und verschiedene Lufterfrischen reagieren, wodurch eine Markteinführung noch nicht möglich ist. Inzwischen laufen schon die Feldversuche, bis zur Serienreife kann es jedoch durchaus noch fünf Jahre dauern. Die elektronischen Spürnasen besitzen leider noch nicht das richtige Feingefühl, gegen Betrug sind die Entwickler da schon weiter. Die Luftsensoren bemerken, wenn der Fahrer Handschuhe trägt oder der Schaltknauf mit Folie abgedeckt wird. Wer bei offenem Fenster fährt, wird in dem Moment von der Technik überführt, da der nächste Gang eingelegt wird.

Selbst wenn es jemals mit einem Trick gelingen sollte, einen Wagen mit diesem System trotz Alkohol zu starten, wird es nur eine kurze Fahrt. Nissan sichert die Fahrer nicht nur durch Alkoholsensoren, sondern das System überwacht gleichzeitig Fahrer und Fahrstil. Die Kamera schaut dem Fahrer direkt in die Augen, die Elektronik analysiert dabei Blickrichtung, Lidschlag und Aufmerksamkeit. Darüber hinaus überwacht der Bordrechner dauerhaft de Lenkbewegungen und schlägt sofort Alarm, sollte der Fahrer ins Schlingern kommen oder Schlangenlinien fahren.

Da die Entwicklung der einzelnen Technikbausteine unterschiedlich weit fortgeschritten ist, kommen die verschiedenen Module derzeit noch einzeln zum Einsatz. So muss bei den Alkoholsensoren lediglich noch die „Nase“ korrekt kalibriert werden, während die Erkennung von Fahrstil und Mimik noch in den Kinderschuhen der Entwicklung steckt. Wann das System vollständig im gesamten Umfang einsatzfähig ist, kann man bei Nissan derzeit noch nicht genau bestimmen. Auch der Preis ist noch in keiner Weise absehbar. Dazu heißt es bei Nissan, dass es am Ende teurer als ein Radio, jedoch preiswerter als ein Navigationssystem sei.

Andererseits dürfte der Preis ohnehin am Ende keine entscheidende Rolle spielen, da solche Systeme nur dann wirklich erfolgreich und umfassend eingesetzt werden, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Und da dürften die Firmen am Markt hervorragende Erfolgsaussichten haben, die, wenn es so weit kommt, ausreichende Erfahrungswerte vorweisen können.

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